Pressestimmen |
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Kunst
oder Künstlichkeit: „Sklaven küsst man nicht“ mittelbayerische, Mai 2008 Regensburg. Kunst stellt die Wirklichkeit dar. Ein Teil davon sind die Medien, zum Beispiel auch das Internet. Mit ihm befasst sich darstellend, das heißt also in den Blick nehmend und eine bestimmte Perspektive dazu einnehmend, die Kunst des Münchners Wolfgang L. Diller, der im Neuen Kunstverein mit einigen großen Aquarellen und einem Video Bilder aus dem „Second Life“ aufgreift. Es gibt in diesem Video eine Menge von Türen und Liften und Figuren, die im Kreis laufen. Der Betrachter des Videos wird zum Spieler, kann die Figuren in Landschaften bewegen und sie in eine Art Medienwelt und Fernsehanstalt treten lassen. Viele der dortigen Türen lassen sich nicht öffnen oder entbergen Banalitäten. Geschriebener Text in Form von Inserts oder Werbetafeln stehen in der Landschaft. Zu lesen sind Schlagworte, Slogans und ihre zynische künstlerische Modifikation. Eine ironische Beschreibung der Banalität des Fernsehens in seiner Langweile und Leerheit liefert der Künstler. Mit dem Ziel, dass der Betrachter dieses Modell auf die Realität zurückbezieht. Kunst also als kritische Reflexion der uns täglich umgebenden Medien. Wobei diese kritische Dimension rein spielerisch in Erscheinung tritt. Bernhard Springer, ebenfalls aus München, arbeitet sich mit einer Serie von Acrylarbeiten an der geschönten Realität ab. Menschen in Alltagssituationen und gängigen Posen werden in Szene gesetzt, doch ihre Gesichter sind merkwürdig überzeichnet. Wie archaische Symbole, wie Masken muten sie auf diese Weise an und wie plötzlich aus dem Zusammenhang gefallen, in den sie so selbstverständlich zu gehören scheinen. „Ghosts“ heißt die Bilderserie und ist ein interessanter Comic auf die Brüchigkeit der Pop-Art und ihrer Chiffren. (Gabriele Mayer, in: Mittelbayerische Zeitung, 14. Mai 2008) |
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Erkenntnis:
"Sklaven küsst man nicht" Der neue Tag, 15.Mai 2008 Regensburg. "Kunst muss etwas bewirken", sagt Reiner R. Schmidt. Dass dies mitunter auf ganz profaner Ebene geschehen kann, zeigt die aktuelle Ausstellung im Kunstraum des "Neuen Kunstvereins Regensburg". "Sklaven küsst man nicht" lautet der Titel der Schau, und Kunstvereinsvorsitzender Schmidt verspricht sich davon - nicht ganz ernst gemeint - die Heilung gewisser Jugendlicher von ihrer Computerspielsucht. Denn bei dem Spiel "Dynamic-Mix-2000", das dort unter anderem präsentiert ist, vergehe garantiert jedem die Lust, verspricht Schmidt: Die im Vergleich zu den ansonsten gängigen Rittern oder Monstern wenig spektakulären Künstler und Kuratoren, die sich hier tummeln, beschäftigen sich mit recht alltäglichen Dingen. "Es passiert nichts", sagt Schmidt vergnügt. Parodie der Medienwelt Natürlich ist das ganze eine Parodie. Verantwortlich dafür ist Wolfgang L. Diller. Der Münchner Künstler nimmt die Medienwelt auch in seinen anderen Werken auf die Schippe. Hintergrund ist dabei stets die Kritik am Kapitalismus und an einer Welt, die, so Schmidt, "oversexed" und von ständiger Gewaltpräsentation abgestumpft ist: In seiner Videoarbeit "TV-City" führt Diller den Betrachter in eine Stadt, die nur noch aus Plakatwänden besteht. Seine Gemälde wiederum wirken wie auf die Leinwand gebannte Fernsehaufnahmen. Auch Bernhard Springer, ebenfalls Mitglied der lockeren Künstlervereinigung, die sich nach einem gemeinsamen Projekt "Sklaven küsst man nicht" nennt, entnimmt seine Themen der Populärkultur. Und mischt diese mit Eindrücken seiner ausgedehnten Reisen. Auf einem Voodoo-Altar finden sich daher auch Gartenzwerge - Springer vergleicht diese mit den steinernen Haushütern anderer Kulturen. Gemalte Portraits von Rappern hat er mit Masken im Stil der Aborigines versehen. Altes und Neues Wichtig ist Diller und Springer die Mischung aus neuen und alten Medien. Malerei, Videokunst und Installationen verbinden sie zu einer Schau, über die Reiner Schmidt urteilt: "Die bringt Power." (Susanne Wolke, in: DER NEUE TAG, 14. Mai 2008) |
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10.
Mai - 29. Juni 2008 |
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